Spieltexte
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- Pssst.
- Heute Abend gibt es eine besondere Geschichte. Nicht vom Wolf. Sondern vom Wolfsrudel.
- Nicht vom Wolf?
- Psssst.
- Vor langer Zeit, im dunkelsten Wald, im höchsten Gebirge, da hat der Wolf sich verirrt.
- Er war auf der Suche nach einem achtjährigen Kind, das weggelaufen war und in einer tiefen Schlucht festsaß.
- Der Wolf hörte die Hilferufe des einsamen Kindes und folgte ihnen zur Schlucht. Und er fand das Kind.
- Aber als er in der Schlucht war, da fand er nicht wieder hinaus. Der Wolf wusste nicht, wohin er gehen sollte.
- Oh nein! Hatte er Angst?
- Der Wolf hat niemals Angst.
- Selbst der Wolf kennt Angst. Sie ist keine Schande. Nur, wenn man sich von ihr lähmen lässt.
- Der Wolf versuchte in der Schlucht, den Schneesturm aufzuhalten. Das verletzte Kind fror, sein Blut färbte den Schnee.
- Da merkte das Wolfsrudel, dass der Wolf fehlte, und stimmte Wolfsgeheul an.
- Das hat der Wolf gehört!
- Ja. Der Wolf folgte ihren Stimmen zurück zum Wolfsbau, wo es warm war und es zu essen gab.
- Und das Kind? Ging es ihm gut?
- Es war ein Mädchen, Schneeflocke, und es ging ihm gut. Es hatte gelernt, dass sein Rudel den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten konnte.
- Schamane Ursel
- Bann
- Warum seid Ihr in die Halle der Bärin gekommen?
- Ich brauche einen Rat. Ich habe einen Feind, mit dem ich nicht fertig werde.
- Ich verstehe. Würdet Ihr allen hier davon erzählen?
- Ja. Wenn die Bärin es wünscht.
- Ihr alle, hört zu! Dieser Jäger hat eine Geschichte zu erzählen, die wir uns alle anhören sollten.
- Erzählt uns von dem Feind, der Euch so zusetzt.
- (räuspert sich) Ich war draußen im Borealis-Wald, nicht weit von hier, und traf dort auf eine wütende Brutmutter.
- Ich stellte ihr nach. Ich hatte alles im Griff, bis sie meine Witterung aufnahm und auf mich losging.
- Als der Kampf vorüber war, lagen die Brutmutter und ihre Jungen tot im Unterholz.
- Aber Ihr sagtet, Ihr konntet nicht gewinnen?
- Ja, denn mein Feind ist weder die Brutmutter noch ihre Nachkommenschaft.
- Mein Feind ist die Wunde, die ich im Kampf erlitt. Sie heilt nicht. Ich kann nicht jagen. Ich kann nichts tun.
- Ich bin nicht mehr der Mann, der ich mal war, und ich weiß mir keinen Rat mehr.
- Ich verstehe; und die Bärin hat eine Lektion für Euch, wenn Ihr bereit seid, sie zu lernen.
- Ich bin bereit.
- Die Bärin lehrt uns den Lauf der Jahreszeiten. Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
- Im Frühling erwachen die Bären, finden Partner und gründen Familien. Im Sommer lehren sie ihre Jungen das Überleben.
- Im Herbst jagen sie, und der Wald gehört ihnen. Doch im Winter gehören SIE dem Wald.
- Auch im Leben gibt es Jahreszeiten. Eure hat gewechselt, aber Ihr seid dadurch nicht weniger Teil des Waldes.
- Ich glaube, ich verstehe.
- Versucht nicht, im Winter noch auf dem Herbstpfad zu wandeln. Die Bärin verlieh Euch ein neues Fell; tragt es mit Würde.
- Raben-Schamane
- Elin Winge
- Schamane, ich habe ein Geschenk für den Raben.
- Und was betrachtet Ihr als des Raben würdig?
- Das Heft eines zerbrochenen Schwerts. Mein Gegner traf nicht mich, sondern den Fels.
- Sein Schwert zerbrach, ich habe gesiegt.
- Ihr habt wahre Kampfeslist bewiesen. Sehr gut. Legt es zu den Schätzen des Raben.
- Reidar Halvvei
- Ich erflehe die Gunst des Raben. Meine Mutter verliert das Gedächtnis.
- Die Gunst des Raben will verdient sein. Welche Eurer Taten könnte ihm gefallen?