Ich begab mich zum Jagd-Außenposten und traf mich dort mit Speermeisterin Stacheltal. Sie erzählte mir, dass der Außenposten als Anlaufstelle zur Hege des Wildes diente, aber auch, um das Wildbret zur Ernährung des Dorfes zu präparieren. Sie sprach auch von der Philosophie der Tiefland-Kodan, dass man nicht mehr nehmen dürfe, als man zurückgeben könne, und wie wichtig das Knüpfen von Beziehungen zum Überleben sei. Daher legte sie mir nahe, etwas Zeit mit den Wanderlingen zu verbringen, die dort frei herumlaufen. Sie sagte aber nichts davon, weshalb sie mich herbestellt hatte. Diese merkwürdige Verschlossenheit diente kaum dazu, mein Misstrauen zu besänftigen – obwohl ich es zunächst einfach nur ihrer Vorsicht zuschrieb. Jedenfalls nutzte ich die Gelegenheit, mir den Außenposten und seine Umgebung näher anzusehen. Dabei stieß ich auf ein weiteres Ratsmitglied, den Jagdmeister Breiter Krater, der sich gerade um das Gehege der Kriegsklauen kümmerte. Nachdem ich im Außenposten ein bisschen ausgeholfen und mich auch näher mit den Wanderlingen beschäftigt hatte, ging ich wieder zu Stacheltal. Diesmal wollte ich eindeutige Antworten von ihr.
Und ich erhielt auch Antworten. Zum Beispiel hatte Malices Detektivarbeit voll ins Schwarze getroffen. Was sie über die Fremden und die Besorgnis der Kodan herausgefunden hatte, entspricht der Wahrheit, und es besteht in der Tat Handlungsbedarf. Stacheltal teilte mir mit, dass ein Spähtrupp, angeführt von Kriegsklauen-Meisterin Feuersegen, ausgezogen war, um etwas über die Fremden und ihren Aufenthaltsort herauszufinden. Wenn ich an die Ratssitzung der Tiefländer zurückdenke, erinnere ich mich, dass sie mir recht angespannt vorgekommen war. Da ich jetzt weiß, wie es weiterging, hat sie sich wohl zu Recht Sorgen gemacht. Stacheltal sagte, dass der Rat seit ihrem Aufbruch weder Feuersegen noch ein anderes Mitglied des Spähtrupps irgendwie hatte erreichen können. Auch die Durchforstung der Wildnis im Umkreis hatte keine Ergebnisse gebracht.
Nachdem sie mich informiert hatte, bat mich Stacheltal, bei der Suche nach dem verschollenen Spähtrupp zu helfen. Ich habe natürlich meine Unterstützung zugesagt, genau wie Caithe und Malice. Wir wollen zusammen in die Wildnis losziehen und versuchen, die Spur aufzunehmen. Wir kennen uns zwar dort in der Natur nicht so gut aus wie die Tiefland-Kodan, aber wir sind dafür hervorragende Fährtenleser. Wenn wir auch nur eine Kleinigkeit finden können, die uns in die richtige Richtung weist, können wir vielleicht die Späher aus welcher Gefahr auch immer erretten. Zu allem Überfluss warnte uns Stacheltal auch noch vor einem dicken Nebel, der vom Wasser aus heraufziehen würde. Eingeschränkte Sicht können wir jetzt natürlich gar nicht gebrauchen, auch wenn wir einen Wanderling dabeihaben. Aber wir haben keine Zeit, uns die Sache noch einmal zu überlegen. Wir müssen da raus, mit der Suche beginnen und uns so gut es geht durchschlagen, sonst kommt für die Späher jede Hilfe zu spät.
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