Spieltexte
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- Das heißt, wenn wir die Person finden, die hinter all den Gerüchten steckt, dann entschärfen wir die Situation?
- Schon verstanden. Ich empfehle mich.
- Wir müssen mehr tun, als nur den Schuldigen finden. Wir müssen sie oder ihn diskreditieren.
- Auf ganz altmodische Weise: wir belauschen Unterhaltungen und setzen Gerüchte in Umlauf. Wir sammeln auf dem Fest Informationen, und suchen nach Widersprüchen, die uns auf die Spur des Schuldigen bringen. Ihr mischt Euch unter die Leute und ich halte nach Lügnern Ausschau.
- Ihr haltet nach Lügnern Ausschau?
- Meine Gabe scheint immer stärker zu werden. Ich weiß nicht, woher es kommt, doch manchmal merke ich, ob jemand lügt. Besonders wenn dieser Jemand kein besonders guter Lügner ist, oder wenn die Lüge besonders dreist ist.
- Na gut, dann bleibt in meiner Nähe. Fangen wir an.
- Willkommen in der politischen Arena von Götterfels. Verzeiht, wenn ich Euch in diese Sache hineinziehe, doch mit Euch an meiner Seite werde ich deutlich mehr ausrichten können. In diesen gehobenen Kreisen bin ich nach wie vor so etwas wie eine Ausgestoßene.
- Ihr habt von einem Gerücht gesprochen?
- Das brauchen sie gar nicht. Sie behaupten, sie hätten gehört, wie Königin Jennah Scarlet ihre Unterstützung bei ihren Forschungen zusicherte, zusammen mit den Blaupausen für die Wachtritter.
- Es reicht, wenn sie ihren Ruf beschmutzen und Zweifel wecken.
- In der Tat. All das untergräbt ihre Autorität. Sie kann hier nicht weg, bevor diese Angelegenheit nicht geklärt ist.
- Warum auch nicht?
- Die Gräfin hat gefragt, ob ich bereit bin, mit der Königin zur Zusammenkunft zu reisen. Das ist eine große Ehre für mich. Dort werde ich Euch dann wohl sehen. Wer weiß, vielleicht erhalte ich auf diese Weise meinen Titel zurück.
- Das wäre wunderbar. Passt gut auf Euch auf, und wir sehen uns dann im Hain.
- Wartet! Bevor Ihr geht, habe ich noch etwas für Euch.
- Es handelt sich um eine Kugel aus chaotischer Mesmer-Energie. Ich weiß zwar nicht, warum Ihr so etwas haben wollt, doch jemand hat mir erzählt, dass Ihr daran vielleicht Interesse habt.
- Vielen Dank!
- Nein, danke. Ich brauche sie nicht.
- Ihr seid ziemlich gut darin. Gewissermaßen ein Naturtalent. Wir müssen trotzdem umsichtig vorgehen, denn wenn sie ahnen, dass wir es auf das Ministerium abgesehen haben, kann es sein, dass sie nicht mehr mit uns sprechen.
- Das ist in der Tat praktisch. Wenn auch ein wenig unzuverlässig. Am besten funktioniert es bei völlig Fremden. Ich übe jedoch, um mich zu verbessern.
- Werdet Ihr mit Marjory zur Zusammenkunft gehen?
- Das wird sie nicht wissen. Wenn wir sie mit all den anderen Beweisen konfrontieren, so als wüssten wir um ihr kleines Geheimnis, dann gesteht sie vielleicht.
- In Ordnung. Holen wir uns ein Geständnis.
- Seid vorsichtig. Ihr wollt doch gewiss nicht, dass jemand sieht, wie vertraulich Ihr mit den Dienern umgeht.
- Ich bin im Dienst. Leibwächter für eine Gräfin. Eine weitaus respektablere Stellung als meine letzte, ich muss schon sagen.
- Sprecht Ihr von Eurer Stellung als ... Gefangener?
- Ja, und vielen Dank, dass Ihr die offensichtliche und schmerzliche Wahrheit laut aussprecht. Streng genommen bin ich immer noch ein Gefangener. Nur dass mein Gefängnis mit Samt ausgeschlagen ist. Lasst Euch davon nicht täuschen. Ich bin alles andere als frei.
- Ihr gehört jetzt der Gräfin?
- Harte Worte. So würde ich es nicht nennen. Vielmehr bin ich eine Art Leihgabe des Gefängnisses an sie. Solange ich tue, was man mir befiehlt, behält sie mich bei sich und ich muss nicht zurück in meine Zelle.
- Habt Ihr vor, Euch zu benehmen?
- Auf jeden Fall. So dumm bin ich nicht. Es könnte mir weitaus schlimmer gehen. Man könnte sagen, ich habe meine Lektion gelernt. Ich weiß, man sagt mir nach, dass ich unüberlegt handele, doch diese Zeiten liegen hinter mir.
- Verzeiht, wenn ich Euren Worten nicht ganz glauben kann.
- Kein Grund, um Verzeihung zu bitten. Alle anderen beobachten mich auch unentwegt, Ihr seid also in guter Gesellschaft. Bislang hat mich Gräfin Anise mit Respekt behandelt. Ich habe keinen Grund, ihr Vertrauen zu enttäuschen. Außerdem finde ich sie äußerst amüsant.
- Wenn Ihr hier Schwierigkeiten macht, stehe ich bei der Jagd in der ersten Reihe.
- Nichts Geringeres habe ich erwartet, obgleich ich überzeugt bin, dass Ihr mich ein zweites Mal nicht so leicht erwischen werdet. Ohne Euch zu nahe treten zu wollen.
- Gebt acht.
- Viel Spaß auf dem Fest. Mischt Euch unter die Leute und stellt Euch einfach selbst vor. Verzeiht mir, ich ...
- Wie ich sehe, seid Ihr gerade beschäftigt. Wir reden später.
- Soll ich diese Minister und Aristokraten einschüchtern, aus der Fassung bringen?
- Ihr glaubt doch gewiss nicht, dass diese Gecken irgendeine Gefahr für Euch sind.
- Hm?
- Hört Ihr überhaupt zu, oder kümmert Euch das alles gar nicht? Auf jeden Fall macht Ihr mich wahnsinnig.
- Was denkt Ihr? Haben wir genügend Beweise, um ihre Anschuldigungen infrage stellen zu können?
- So einige. Die Frau des Dieners kann bezeugen, dass sich Estelle mit Fürstin Claire getroffen hat.
- Vielleicht reicht die Drohung, dass sie eine Aussage macht, aus, um dem Ganzen ein Ende zu setzen. Was noch?
- Wir haben einige Zeugen, die bestätigen, dass die Königin Scarlets Bitte abgelehnt hat.
- Ich kann immer noch nicht glauben, dass Scarlet am Wissen des Wachtritter-Technikers teilhaben wollte. Den Göttern sei Dank, dass die Königin das nicht zugelassen hat. Das kann aber auch die Wut erklären, mit der Scarlet unsere Stadt angegriffen hat. Sonst noch was?
- Wir wissen, dass Estelles Freundin für sie gelogen hat.
- Für einen Beutel Gold meint Ihr. Estelle muss Fürstin Claire unterwiesen haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es schwer wird, sie zu einer Aussage zu bewegen. Letztendlich waren sie wohl doch keine allzu dicken Freundinnen.