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Die Geschichte der Olmakhan beginnt mit den Charr aus früheren Zeiten, denn es gab einmal eine Zeit, da waren wir genau wie sie. Die ersten Olmakhan wurden nicht in unsere Familie geboren, sie suchten sie sich aus. Unsere ersten Gönner und Ältesten wurden aufgezogen wie alle Charr: von gleichgültigen Eltern, einem unbeugsamen Fahrar, einem unnachgiebigen Trupp. Erzogen zum Kämpfen, zum Töten, zum Siegen. Doch selbst diese wilden Seelen kannten verwandtschaftliche Gefühle für einander, Loyalität für andere, und stellten das Wohl aller über das des Einzelnen. Der Trupp war das, was zählte, nicht der einzelne Soldat. Es war sogar so: Keinen Trupp zu haben – der einer Familie für sie am nächsten war – kam schändlicher Einsamkeit gleich. Für die frühesten von denen, die später Olmakhan sein würden, herrschte die Flammen-Legion über Blut, Eisen und Asche. Sie war von unbegreiflicher Skrupellosigkeit, getrieben von einer unstillbaren Gier nach Macht über alles, was Leben in sich hatte. Es war der Wille der Flammen-Legion, der Mütter und Töchter der Charr daran hinderte, zu den Waffen zu greifen oder Magie zu praktizieren, denn die Schamanen befürchteten zu Recht, dass sie ihr Untergang wären. Obwohl diese Mütter und Töchter sogar über den Himmel selbst gebieten konnten, wurden sie von der Flammen-Legion ausgegrenzt, auf dem Schlachtfeld für schlechter gehalten als die Väter und Söhne. Bathea Unheilsbotin, für alle vernunftbegabten Charr eine Märtyrerin, war die Erste, die ihre Lügen durchschaute. Sie sollte sicher nicht die Letzte bleiben. Die Charr-Gesellschaft befand sich viele Generationen lang im Ungleichgewicht: Die Flammen-Legion gab den Menschen die Schuld, doch wer Augen im Kopf hatte, konnte sehen, dass unser Volk sich selbst der ärgste Feind geworden war. Wären die Menschen nicht gewesen, hätten die Charr trotzdem weitergekämpft. Ihre gesamte Weltsicht drehte sich um Beherrschung und Kriegsführung. Es würde immer noch einen Feind geben, immer einen neuen Gegner zu überwinden, bis sie sich gegenseitig an die Kehle sprangen und keiner am Leben bliebe. Jahrelang verzweifelten unsere Wohltäter. Wie konnten wir diesem endlosen Kreislauf des Todes und der Zerstörung entkommen? Dann kamen die Geschichten auf. Geschichten vom Aufstand. Der Name Brandor Grimmflamm war lange im Verborgenen geflüstert worden, voller Angst, dass er der Flammen-Legion zu Ohren kommen könnte. Er hatte gemeinsam mit den Menschen daran gearbeitet, unsere Welt zu retten, die falschen Götter der Flammen-Legion von der Zerstörung all dessen abzuhalten, was uns lieb und teuer war. Blut, Asche und Eisen begannen näher zusammenzurücken. Am Ende zeichnete sich ein Bündnis ab, doch das Misstrauen der Vergangenheit war nicht leicht zu überwinden. Das Zögern führte in den Rängen zur Selbstzufriedenheit und die Flammen-Legion fand leichte Beute. Viele Jahre lang hörten wir von Revolution. Wir hörten, der Kampf um die Freiheit werde kommen. Eine Zeit lang gab es einen Hoffnungsschimmer. Dann sammelte die Flammen-Legion ihre Kräfte und zerstörte ihn. In dieser Zeit der großen Unruhe, als die Flammen-Legion jede noch verbliebene Hoffnung wegzubrennen schien, vernahmen wir zum ersten Mal die Worte von Kalla Flammenklinge, dem Großjungen des berühmten Grimmflamm. In ihren Worten lagen genau die Ideen, die die Flammen-Legion auszumerzen gedachte: Freiheit für die Mütter und Töchter der Charr. Ein Bündnis zwischen Blut, Asche und Eisen. Nur durch die Zerstörung der alten Lebensweise könnte unsere Art jemals frei sein. Einige Charr hielten dies für ein Zeichen, sich zu erheben und zu kämpfen. Aber unsere Vorfahren hatten es immer und immer wieder geschehen sehen: Kämpfe lösen weitere Kämpfe aus, Gewalt gebiert Gewalt. Der Kreislauf beginnt immer wieder von vorn. Und so flüchteten jene, die eines Tages die Olmakhan werden würden, aus dem Land ihrer Charr-Ahnen: Sie flüchteten aus Ascalon. Sie flüchteten vor den Legionen. Sie flüchteten vor der Flamme.