Guild Wars 2 Datenbank

Ich stehe an diesem Gestade und frage mich ... wie viele meiner Art werden ihre Träume jemals wahr werden sehen? Wie viele sind dazu verdammt, dahinzuwelken, bevor ihre Träume sich erfüllen? Sie tun mir leid, jene, für die all das niemals Wirklichkeit wird. Auch ich dachte einst, mein Traum würde nie seinen Abschluss finden. Ich verstand ja noch nicht einmal, was er bedeutete ... In meinem Traum lief ich barfuß über einen verlassenen ätherischen Strand. Die Luft machte, dass ich mich lebendig fühlte – seit ich aufgewacht bin, habe ich mich danach zurückgesehnt. Ich strich mit den Händen durch das Laubwerk und den Sand, und in meinen Fingern prickelte die Kraft ... ich kann das Gefühl kaum beschreiben und dabei noch vernünftig klingen. Es war, als würde ich einer Macht jenseits aller Erkenntnis begegnen. Schließlich lockte mich seltsames Gemurmel landeinwärts, und ich lief, bis ich mich unter dem dichten Blätterdach des Waldes wiederfand. Hier lag überall Magie in der Luft. Sie erschien mir ursprünglicher als alles, was mir im Hain oder in Caledon begegnet war. Meine eigene Existenz hatte gerade erst begonnen, doch irgendwie wusste ich, dass ich jung war. Aber dieser Ort war sehr alt. Ich folgte der alten Magie und dem Wispern. Ich lief und lief und lief, es kam mir vor wie mehrere Tage, bis ich den Ort erreichte. Das war geheiligter Boden, und alle Magie auf dieser Insel lief dort zusammen. Dann öffnete ich zum ersten Mal die Augen, und alles um mich herum erschien mir im Vergleich dazu abgestumpft. Ich kam hungrig und enttäuscht zur Welt. Ich blickte übers Meer hinaus und wusste sofort, dass der Boden, auf dem ich stand, nicht das Land aus meinem Traum sein konnte. Es war, als sei eine Schnur an jenem Strand befestigt, die sich über den Ozean bis in meine Brust spannte. Ich fühlte sie ständig, auch wenn sie nur schwach an mir zog. Ich wusste: Der Strand war real und atmete, aber er befand sich in weiter Ferne. Mit jedem Ziehen, das ich spürte, loderte die Sehnsucht in meinem Inneren immer heißer auf. Es dauerte nicht lange, bis ich andere fand, die denselben Traum aller Träume hatten. Wir alle fühlten den Schmerz, der uns zum Meer zog, unter die Baumkronen und an diesen Ort. Das "Zuhause" im Hain erfüllte uns nicht. Mit Mutters Segen beschlossen wir, nach Löwenstein zu reisen und uns dort ein Schiff zu suchen. Leider war unser Volk noch so neu in der Welt, dass viele uns fürchteten und gar nicht erst an Bord ließen. Die Kapitäne meinten, wir würden Unglück bringen, oder Zhaitans verderbliche Pestilenz. Und so ... wurde ich selbst ein Kapitän. Käpt'n Bidelia. Es brauchte Jahre, bis wir uns ein Schiff erhandelt, die Seefahrt erlernt und unsere Mannschaft vervollständigt hatten. Wir fanden noch ein paar Wagemutige, die sich nicht vor der Herrschaft der Alt-Drachen über die Meere fürchteten, und endlich segelten wir los. Diese Sehnsucht, die meine Brüder und Schwestern genau wie ich spürten, wurde lauter und stärker, während wir den Gezeiten trotzten. Wir wurden immer aufgeregter. Endlich schien uns das Unmögliche möglich ... bis die Stürme kamen. Und dann erreichten wir den Nebel. Wir prallten gegen diesen verfluchten Felsen. Und so viele Träume blieben plötzlich unerfüllt ... Nur wenige von uns überlebten. Wir klammerten uns an die Trümmer unseres Schiffs und glaubten nicht, dass wir die nächste Stunde überstehen würden. Wir hielten uns aneinander fest, als die Sonne unterging und dicke, kalte Luft über das Meer waberte. Aber als ich erwachte, spürte ich ... wir hatten es geschafft. Wir sind hier. Auch wenn wir nun gestrandet sind. Hier ...