Die letzten Jahre waren ein einziger Wirbelsturm. Die Welt wäre fast untergegangen, Cantha hat sich wieder geöffnet, Dämonen sind bei uns eingedrungen, und jetzt sitze ich auf einem Schiff, unterwegs in ein mythisches Land. Ayumi war beeindruckt, als ich Qinkai zur Hilfe kam und mit einem halben Dutzend Bogenschützen diesen "Kryptis" den Garaus machte. Das hat uns ziemlich viel Anerkennung vom Imperium eingebracht – auch wenn wir nicht darauf aus waren. Als die Tyrianische Allianz uns rief und die Kaiserin einen Abgesandten aus dem Mori-Dorf anforderte, nannten die Ältesten mich als Ayumis Vertreter, falls es nötig werden sollte.
Vor ein paar Jahren noch hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich einmal Kaiserin Ihn begegnen könnte, und jetzt kennt sie meinen Namen, meine Hobbys und meine Kleidergröße. Ich versuche ja zu tun, als sei das alles ganz normal, aber nervös macht es mich doch. Es ist schwer zu sagen, ob sie einfach nur nett ist, oder ob sie sich meine Loyalität erkaufen will. Vielleicht beides, aber die Wahrheit darüber kann ich auch später noch herausfinden. Jetzt konzentriere ich mich erst mal darauf, die Expedition zu überleben.
Wenn wir auf Castora sind, will ich die anderen canthanischen Delegierten scharf im Auge behalten. Während ich das hier schreibe, machen manche von ihnen vermutlich schon Listen von Wertgegenständen und Ländereien, die sie sich unter den Nagel reißen wollen. Ich bin nicht so völlig hingerissen vom Versprechen der Zukunft Canthas, dass ich vergessen könnte, dass der eigene Sicherheitsminister des Reichs vor nicht allzu langer Zeit als Purist entlarvt wurde. Ich werde sie also beschatten und belauschen. Es wäre eine Schande, wenn einer von ihnen versuchen wollte, das delikate Gleichgewicht der Allianz zu untergraben – so weit weg von den hohen Mauern der Stadt Neu-Kaineng, wo alles Mögliche passieren kann.