Auf Wartender Kummers Bitte hin machte ich mich allein auf, um meine restlichen Verbündeten zu treffen. Wie erwartet, hatte Wartender Kummer tatsächlich noch eine von Mabons Erinnerungen gefunden. Wir waren gespannt zu sehen, was für eine Botschaft Mabon diesmal hinterlassen hatte, und versammelten uns, um sie anzusehen.
Mabons schattenhaftes Antlitz verriet uns diesmal das Geheimnis, das er so lange für sich behalten hatte. Wir sahen, wie er den Titanen – den er Saevus nannte – bis in die Ruinen von Bava Nisos verfolgte. Endlich konnte er ihn stellen und beschwor dann den Schlag, der ihn offenbar töten sollte. Aber im letzten Moment belegte er stattdessen die Stadt mit einem Schutzzauber. Mabon hatte also dem einsamen Titanen nicht nur das Leben geschenkt, sondern ihn auch noch vor weiterem Schaden bewahrt. Warum genau er es sich anders überlegte, ist uns nicht ganz klar geworden. Hatte er Mitleid? Fühlte er sich einem verbunden, der ebenfalls der Letzte seiner Art war? Es fiel mir auf, dass Mabons Worte, als er dem Titanen gegenübertrat, stark an das erinnerten, was bei seiner Auseinandersetzung mit Isgarren gesprochen wurde. Das war der Moment, in dem ihre Freundschaft begann. Vielleicht spürte er einfach, dass sinnloses Töten keinen Zweck erfüllen würde. Und anstatt genauso grausam zu handeln wie der Rest seines Volkes, gab er Saevus die Möglichkeit weiterzuleben, so wie es Isgarren für ihn getan hatte. Oder hatte er dunklere Motive – nahm er vielleicht an, Saevus, der auf ewig hier gefangen blieb, würde sterben? Das weiß nur Mabon allein.
Die Erinnerung wühlte in uns allen vielerlei Emotionen auf. Für mich wurde dadurch vor allem eines sonnenklar: Wenn wir hier Erfolg haben sollen, dann darf es in unserer Gruppe keinen Zwist und keine Kabbeleien mehr geben. Das brachte ich deutlich zum Ausdruck, und alle stimmten mir zu, wenn auch in manchen Fällen nicht besonders bereitwillig. Anschließend rief ich Livia an, um zu fragen, wie es ihr inzwischen ergangen war. Es war ihr gelungen, die wichtigsten Organe des Titanen auszuschalten. Sie befand sich nunmehr in der Herzkammer und war dabei, das Herz zu bearbeiten. Plötzlich schien der Kampf wieder heftiger zu werden, und unsere Verbindung brach ab. Wir begeben uns jetzt zu ihr, um sie zu unterstützen und als einiges Team unseren Auftrag zu vollenden.
***