Im Forschungslager der Astralwache traf ich Malice und Caithe sowie einen unerwarteten Gast: Wartender Kummer. Sie hatte offenbar mitbekommen, dass wir den Blutstein erforschen wollten. Sie hatte Poky in der Obhut von Hurtiger Lahar und Geduldige Weide zurückgelassen und brachte eine interessante Idee mit. Da die Titanen aus dem in der Gegend vorkommenden Blutstein ihre Energie auffüllen, schlug sie vor, diesen mit dem Herz des Obskuren zu neutralisieren. Ein schlaues Konzept. Aber wie jede Hypothese musste es erst getestet werden.
Unser Versuch, den Blutstein zu neutralisieren, war erfolgreich, aber mit gewissen Abstrichen. Der magische Rückstoß des explodierenden Blutsteins ist ziemlich mächtig und mit Vorsicht zu genießen. Wartender Kummer gelang es, uns von der Explosion abzuschirmen, aber wenn wir diese Strategie im Kampf anwenden wollen, müssen wir unsere Angriffe mit ihrer Verteidigung koordinieren.
Wie sich herausstellte, war Wartender Kummer nicht der einzige unerwartete Besuch. Die Blutstein-Explosion setzte die Geister mehrerer Personen frei, die während der Besatzung durch den Weißen Mantel geopfert worden waren. Die Gespräche mit ihnen zeichneten ein verstörendes Bild von Gavril, dem Dorf, das hier vor langer Zeit existiert hatte, und seiner düsteren Geschichte. Unsere Arbeit nahm damit eine bittersüße Wende. Wir haben jetzt unsere bisher stärkste Strategie zur Vernichtung der Titanen entwickelt, aber wir wurden auch auf schaurige Weise an das Blut erinnert, mit dem die Seiten dieser Geschichte geschrieben wurden.
Nachdem sich so viel zugetragen hatte, war es endlich an der Zeit, Wartender Kummer ihre tatsächliche Identität auf den Kopf zuzusagen. Sie war nicht nur irgendeine Zauberin. Sie war eine legendäre Zauberin. Es überraschte mich nicht, als sie mich erneut bat, Standfeste Erle nichts zu sagen und auch Poky die zusätzlichen Aspekte ihrer Identität nicht zu verraten. Sie versprach mir, für sämtliche Folgen geradezustehen. Mein Geduldsfaden ist inzwischen dünner als Weides Webgarn, aber der aufrichtige Schmerz in Kummers Stimme sagt mir, dass die Situation für mich zwar nicht einfach ist, aber dass sie unter wahrhaft immensem Druck stehen muss. Letztendlich wird sie alles zugeben müssen, und zwar recht bald. Das ist sicher leichter gesagt als getan, aber es ist unbedingt notwendig. Ich beneide sie jedenfalls nicht. Mir wächst das alles über den Kopf, aber in ihrer Haut möchte ich nicht stecken.