Wir folgten Stacheltal zurück ins Dorf. Es war nicht allzu weit. Die Kriegsklaue, von den Tiefland-Kodan als "Wanderling" bezeichnet, zeigte sich unterwegs ein wenig aufgeregt. Wir konnten sie gerade rechtzeitig beruhigen, bevor wir die Tore der "Erntehöhle" erreichten, des Tiefländer-Dorfs.
Stacheltal brachte mich zu einem Pferch für den Wanderling und gab mir ein Gebräu, das ich ihm einflößen sollte. Das Tier wurde dadurch so gelassen, dass es mich in seiner Nähe duldete. Es ist ja eigentlich immer so, dass ein bisschen Essen die Laune verbessert.
Als der Wanderling es sich im Pferch bequem machte, unterbrach uns eine andere Stimme. Standfeste Erle, die Klaue der Tiefland-Kodan, sah zuerst Stacheltal an, dann uns, und fragte nach unserem Begehren. Er stellte sich kurz vor und brachte uns dann schnurstracks zur größten Hütte im Herzen des Dorfs. Vielleicht war er so in Eile, damit seine Leute ruhig blieben – oder er wollte seinem unerwarteten Besuch imponieren.
Er führte uns in die Versammlungshalle, mitten hinein in die dort stattfindende Ratssitzung. Er fackelte nicht lange und stellte uns als die Tyrianische Allianz vor – so als würde er einen Verband von einer frischen Wunde reißen. Der Rest des Rates war skeptisch; die Unterhaltung verstummte sofort. Einer der jüngeren Kodan sagte etwas von "Fremden in allen Landen". Daraufhin wollte ich von den Kryptis berichten, aber Standfeste Erle schüttelte den Kopf. Offenbar sehen sie sich hier einer anders gearteten Bedrohung gegenüber und sind noch nicht bereit, davon zu sprechen.
Was diese Bedrohung auch sein mag – ich tat das, was man mir aufgetragen hatte: Ich bot ihnen an, der Tyrianischen Allianz beizutreten – als Verbündete in einer Welt, wo Freunde zu haben von großer Bedeutung ist. Die Klaue schien nicht allzu begeistert zu sein; zwar nicht ablehnend, aber auch nicht besonders interessiert. Es war einfach nicht der richtige Zeitpunkt.
Nachdem die Unterhaltung beendet war, lud er uns ein, den Rest des Dorfrates kennenzulernen und uns im Dorf umzusehen. Die Tiefländer scheinen einem einzigen Anführer zu folgen, der Klaue, der seinerseits von mehreren Oberhäuptern gewisser Disziplinen beraten wird, den "Meistern". Bisher bin ich Feuersegen begegnet, der Kriegsklauen- bzw. "Wanderling"-Meisterin; Fahle Aurora, der Meisterin des Heilens; Dröge Flechte, dem Meister der Lehren; und Stacheltal, der Speermeisterin. Außerdem stellte man mir den Sohn der Klaue vor, Pochender Pfeil, "Poky" genannt, dessen keckes Auftreten mich an das naive Selbstvertrauen der Jugend zurückdenken lässt. Sein Vater trug ihm auf, uns das Dorf zu zeigen. Das wird sicher ebenso kurzweilig wie informativ.