Isgarren, der Kurator. Ein legendäres Wesen, das jetzt nur noch aus Feindseligkeit und Ungeduld besteht. Was auch immer in sein Bewusstsein eingedrungen ist, war tückisch; weder Lyhr noch Dagda konnte den eisigen Gletscher durchstoßen, der seinen Geist bedeckte. Selbst die sonst so stoische Dagda war von seinem Anblick entsetzt.
Isgarren fauchte die Gruppe an, bevor er sich tiefer in die Bastion zurückzog. Wir hatten einen brutalen Kampf vor uns. Wir verfolgten ihn und trieben ihn in einer kleinen Öffnung in die Enge. Seine Macht flackerte nach außen, so als würde nur ein Teil seines Bewusstseins freiliegen. Eine destillierte Manifestation seiner Bitterkeit, und wir würden nach und nach jeden einzelnen widerborstigen Gedanken zerschlagen müssen.
Dagda versuchte, seinen Geist zu beruhigen, aber Worte allein konnten Isgarren nicht aus dem Klammergriff des Dämons befreien. Trotzig warf er mir Mabons Tod vor. Das Wort "Wegfinder[f:"Wegfinderin"]" troff wie Gift aus seinem Mund, ähnlich wie bei Dagda anlässlich unserer ersten Begegnung.
Wir kämpften. Groteske Klumpen von Kryptis-Energie brachen immer wieder aus Isgarrens Manifestation hervor. Wir versuchten die Verderbnis auszumerzen, bevor sie ihn wieder infizieren und seine Gedanken erneut in Matsch und Ungeduld verwandeln konnte. Während der Konflikt tobte, zog sich Isgarren tiefer in die Bastion zurück. Lyhr und Dagda waren bestürzt über das, was aus ihm geworden war. Wer oder was auch immer seine Klauen in Isgarrens Seele geschlagen hatte, saß tief darin verankert. Und seine Worte durchbohrten uns wie Pfeile. Um ihn zur Vernunft zu bringen, mussten wir seine verwundbaren Stellen freilegen – sämtliche verqueren Gedanken und Ideale zerschlagen, bis er sich nicht mehr dahinter verstecken konnte. Er hat seine Fehler einzusehen, die Konsequenzen zu tragen und einen Dämon zu töten.
Schließlich löste sich Isgarren von uns und zog sich weiter auf den Ring zurück. Die Gruppe drängte ihm nach und kämpfte gebrochenen Herzens weiter. Isgarren zielte genau mit seinen Worten – auf mich, auf Mabon. Dagda bemerkte, dass er normalerweise auch schon zänkischer Natur ist, aber dies war viel schlimmer als seine übelsten Tage bisher. Lyhr behielt die Fassung und den Überblick über die Lage. Er wies darauf hin, dass Isgarren sich direkt auf das Herz von Amnytas zu bewegte: den Weltenturm. Das Einzige, was eine komplette Invasion durch die Kryptis noch verhinderte.
Wir verfolgten Isgarren bis zur nächsten Öffnung. Seine Aufmerksamkeit richtete sich jetzt ganz auf mich und er warf mir vor, nichts als Schmerz zu verursachen – sowohl hier als auch überall in Tyria. Ein Leben voller zugefügter Pein, das mit Zhaitan anfing und in diesen Moment gipfelte. Isgarren sah nichts als eine Bedrohung. Während ich unten "reagierte" und "mich abmühte", behauptete er, diese Welt von oben behütet zu haben. Aber ich weiß verdammt gut, dass da nur sein aufgeblasenes Ego spricht. Wohl wahr, er hat uns vor den Kryptis beschützt, aber ich habe die Alt-Drachen davon abgehalten, die ganze Welt in Stücke zu reißen. Toxische und vulgäre Manifestationen wurden aus seiner Essenz gerissen und trafen uns wie Peitschenhiebe – Isgarrens Unterbewusstsein versuchte, seine Entscheidungen zu rechtfertigen. Zu lange schon dauerte der Gärungsprozess, und Isgarren brauchte eine handfeste Erinnerung daran, was auf dem Spiel stand: Tyria. Unsere gemeinsame Heimat, die jeder von uns auf seine eigene Weise geschworen hat zu schützen. Wobei seine Weise eher veraltet ist.
Erschöpft von unserer Schlacht des Wohlwollens floh Isgarren erneut. Aber wir gönnten ihm keine Pause und hatten ihn bald wieder umzingelt. Ohne weitere Fluchtmöglichkeiten erstarrte Isgarren auf der Stelle. Sein Geist brodelte weiter und fletschte die Zähne, aber dann passierte etwas ... Seltsames (sogar noch seltsamer als die voraufgegangenen Ereignisse). Als wir Kryptis besiegten, die sich von Isgarren zu nähren schienen, warfen sie Essenzen der Einheit ab – was uns zeigte, dass in Isgarren wenigstens noch ein Funken von Wahrheit lebte. Er konnte uns hören.
Isgarren sah, dass der einzige Weg vorwärts ein gemeinsamer war, zusammen mit der Astralwache. Und auch mit mir. Als ich ihm die Essenz zuwarf – mitten in seine Manifestation – wurde er nach vorn geschleudert. Sein eisiger Panzer begann abzufallen, und wir konnten einen Blick auf den wahren Isgarren erhaschen. Er kroch vorwärts und machte einen Schritt auf den Turm zu.
In dem Moment, wo dieser Schild fiel, dröhnte Cerus' Stimme aus Isgarren hervor, und der Zauberer riss sich los – diesmal, um uns zu beschützen. An seiner Stelle öffnete sich ein Portal zum Weltenturm.
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