An: Tribun Zündeschuss
Betreff: Bestätigt, nicht stattgegeben
Kennt Ihr die Linie, die Ihr bei Eurem Imperator nicht überschreiten dürft? Dreht Euch um: Da ist sie.
Wenn ich Euch hier bräuchte, hätte ich Euch vor einer Woche herbeordert. Ihr habt Euch mir nicht aufzudrängen und Ihr "besteht" auch nicht auf Eure Anwesenheit. Eisen ist wie wenig Butter auf einer zu großen Stulle, und ich brauche meine besten Leute da, wo ich am meisten von ihnen profitieren werde. Ich erkenne an, dass Ihr hier sein wollt, um Bangar den Garaus zu machen, doch ich kann Eurem Antrag auf Überstellung dennoch nicht stattgeben.
Dies ist die Front eines weit größeren Krieges, Tribun. Bei den Legionen grassiert der Verrat, in ganz Tyria, und wenn irgendwo nur eine einzige Öffnung bleibt, kann sich Bangars Einfluss verwurzeln.
Selbst wenn ich Bangar töte, ist der Konflikt nicht gelöst. Er hat den Charr etwas gezeigt, das sie lange schon haben wollten: Macht. Keine Abkommen, keine Bündnisse, pure Macht, wie in den alten Tagen.
Er hat ihnen gesagt, die Welt, die ich geholfen habe, entstehen zu lassen, habe uns zu Schwächlingen gemacht. Zu weniger als Charr. Ich verstehe sein Argument: Ein Blick auf Tribun Brimstone genügt, um uns allen die Gefahren zu zeigen – was passiert, wenn man zu lange Zeit von seinem Trupp entfernt ist.
Deshalb wird der wahre Krieg auch erst entbrennen, wenn Bangar tot ist. Wir werden die Verräter exekutieren, die die Waffen gegen uns erhoben haben, aber es gibt noch so viele, die insgeheim diese Gedanken hegen, und sie auszumerzen, wird viel schwieriger. Sogar unmöglich.
Steinglanz, Schwertschatten, Ruhmgruß? Die denken, wenn Bangar tot ist, sei der Krieg aus. Ihr und ich, wir wissen beide, das wird nicht reichen.
Die Oberherrschaft respektiert Macht, und so werden sie uns nur nach dem Sieg respektieren.
Wir können uns also nicht durch die Hintertür einschleichen und Bangar die Kehle durchschneiden.
Wir müssen der Oberherrschaft zeigen, wie viel Macht die Eisen-Legion hat. Sie müssen begreifen, gegen welche Macht sie stehen. Sie müssen begreifen, wie hoffnungslos ihr Kampf ist. Sie müssen begreifen, im tiefsten Kern ihres Wesens, dass sie verloren haben.
Dann, und nur dann, werden wir siegen.
Smodur