*Das Herz des Obskuren summt, wenn Ihr es tragt. Eure Augen blitzen auf, und die alte Mursaat-Schrift auf der Schriftrolle verschiebt sich, bis sie Euch vertraut erscheint – lesbar.*
Hochstapler. Eine solche Farce ist mir noch nie untergekommen. Ich wäre ja beinahe beeindruckt, wenn ich in meinen uralten Knochen nicht noch ein klein bisschen Selbstachtung stecken hätte. Was Manikaz und unsere intriganten Genossen mit dieser Stadt anstellen, wird vielleicht im Laufe der Zeit ansehnliche Ergebnisse bringen, aber – was für ein Theater! Sie nennen sich "Götter" und "Die Ungesehenen", und was noch schlimmer ist: Sie lassen sich von diesen aufgeplusterten Kriechern des "Weißen Mantels" die Fußkrallen küssen.
Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als wir einfach nur wieder nach Hause finden und nicht in diesem verfluchten Reich voller Drachen, "Götter" und anderer Bedrohungen aus dem Jenseits zurückgelassen werden wollten. Wir mussten die Strafen für unsere Vorgänger ausbaden – jene von uns, die den letzten Zyklus überlebt hatten. Aber vielleicht ist es ja am besten so. Vielleicht sind wir wirklich die Monster, für die uns unsere nebelgeborenen Ahnen gehalten haben. Die Taten meiner Genossen scheinen darauf hinzudeuten.
Früher gab es noch andere wie mich. Zu viele sind im Krieg gegen die Seher gefallen. Andere haben sich in entlegenen Gegenden ins Exil begeben. Daran haben sie recht getan, denke ich. Vielleicht gehe ich ja auch – aber wo soll ein Wesen wie ich denn wohl hin? Nachts träume ich manchmal von Mehir – von seinem goldenen Gesicht. Ich sehe ihn, wie er zwischen den Zitadellen eines anderen Reiches schwebt.
Solch törichte Träume. Dies hier ist das einzige Zuhause, das ich je gekannt habe, in guten wie in schlechten Zeiten.