*Ein Großteil des Schreibens ist nicht mehr zu entziffern; einige wenige Einträge sind noch lesbar.*
283, Koloss, 1076 n. E.
Die Tinte auf meiner Schrift der Begeisterung war noch nicht ganz trocken, als ich schon eine Audienz bei unseren Gastgebern in der heiligen Stadt erhielt. Mein unerschütterlicher Glaube wurde endlich belohnt. Meine letzten Zweifel wurden mir aus den getrübten Augen gewischt. Die Ungesehenen waren herrlich anzusehen. Königlich, Respekt einflößend und völlig unbegreiflich. Ihre Worte fließen wie Honig ins Ohr. Ihre Beredsamkeit wird nur noch durch ihr goldenes Antlitz übertroffen.
Ich muss mich als unverzichtbar erweisen – für unsere Götter und für die Zwillinge! Ich werde nicht die Messlatte verfehlen und mich blamieren, so wie mein Vorgänger. Das Auge sieht nur zwei Arten des Opfers: Die Auserwählten – jene erleuchteten Seelen, die für höhere Zwecke bestimmt sind – und die in Ungnade Gefallenen, die den Willen unserer Götter nicht ausgeführt und sich als unzureichend erwiesen haben.
Mein früherer Lehrer, Inquisitor Adin, wird morgen auf dem Stein hingerichtet. Möge sein Geist unseren Erlösern im Tode dienlicher sein als seine schwachen Bemühungen im Leben.