Zweites Kapitel: Herrin der Nacht
Eine imposante und doch wohlgeformte Gestalt schälte sich aus der Dunkelheit. Madame Jan, die geheimnisvolle Milliardärin, das berüchtigte Genie, verantwortlich für einen Großteil des Wohlstands der Nation, stand vor den Anführern der beiden gefährlichsten Banden im Land. Es heißt, die vereinte Macht, die in dem Moment im Raum pulsierte, hätte die Nation ein Leben lang versorgen können.
"Lady Jan? Nein ... ich kann das erklären!", stammelte Tantra, aber ihre Zweige hingen unter dem drückenden Gewicht der Situation herab.
"Was macht die denn hier?" Die Ekstase, die gerade noch in Chal-Moos Lenden gebrannt hatte, war durch das Eindringen von Jan, seiner am meisten verhassten Feindin, kalt ausgelöscht worden. In der Asche seiner Leidenschaft loderte die letzte Glut noch einmal auf und brach sich Bahn als Flamme des Zorns.
"Ich glaube, Ihr habt da etwas, das mir gehört", sagte Jan und legte besitzergreifend die Hand um Tantras Stamm.
"Euch?" erwiderte Chal-Moo. "Ihr meint doch wohl uns". Er griff nach einer Flasche Reiswein und stellte drei dürstende Gläser bereit.